Donnerstag, 21. Juli 2011

Mit Bass und Fresse.

Ich präsentiere: Das Produkt einer kleinen Session für ein WDR Radio Interview (Gruß an Dina). Monsieur Branco am Bass und meine Wenigkeit am Mikrofon. Im Herbst haben wir hoffentlich die Möglichkeit wieder mit Miss Floweasy als New Night Babies auf den Brettern der Welt zu stehen. Better be ready!

   Berlin Westend - Philipp Khabo Koepsell by bra phil

Defending Dessau - Philipp Khabo Koepsell by bra phil

Freitag, 15. Juli 2011

Malcolm X. A Life Of Reinvention

Was für ein Schinken! Knapp 600 Seiten führen von Malcolm Little über "Big Red" zu El-Hajj Malik Shabazz. Ich hab's durch und das Ding hat jetzt ein paar hundert Eselsohren!
Columbia Professor Manning Marable (leider Anfang dieses Jahres verstorben) hat eine Mammut-Biographie geschaffen, die allein durch ihren Umfang an Recherche bereits beeindruckend ist. Interviews, Akteneinsicht beim NYPD, FBI und der Nation of Islam (!) Tagebucheinträge, Briefe und detaillierte Informationen über,wie mir scheint, hunderte Zeitgenossen fügen sich zusammen zu einer präzisen chronologischen Darstellung eines Mannes, der heutzutage nur noch als glorifizierte Popcorn-Ikone des BlackNationalisms wahrgenommen wird. Marable schafft es, den Mythos Malcolm X auf respektvolle Weise zu demythifizieren und den Charakter eines Mannes zu skizzieren, der auf einem schmalen Grat zwischen Politik und Religion versuchte, seinen Ambitionen gerecht zu werden. Dabei offenbaren sich, wie es bei echten  Menschen nun mal so ist, nicht nur Chararkterstärke und grandiose Visionen, sondern auch politische und private Fehlschläge, Charakterschwächen und manche peinliche Details von denen Alex Haley (und letzten Endes auch Spike Lee) beim Schreiben seiner Biographie Anfang der 60er noch nichts wissen konnte. Keine Sorge, es ist trotzdem eine äußerst liebevolle Arbeit. Viel Stoff. Gute Lektüre!


Manning Marable (1950-2011)
Dr. Marable hat mit seinem Stiefsohn Michael Tyner eine kleine begleitende Videodokumentation des Buches produziert. Hat vier Teile, nennt sich "Malcolmology", ist für meinen Geschmack etwas kurz geraten und zeigt etwas zuviel Braggadacio als notwendig, aber schafft einen ganz netten Überblick über verschiedene Kapitel des Buches. Der erste ist hier. Den Rest findet ihr schon selbst.



FORA.tv Panel-Diskussion mit Cornell West u.a. über Marables Malcolm X Biographie (Klick "Full Program):


Picture "Marable":http://c250.columbia.edu/images/c250_celebrates/harlem_history/240x240_marable.jpg

Freitag, 1. Juli 2011

Dienstag, 21. Juni 2011

Zweitausendelf oder "Justitia Has Left The Building"


Also, am 24.10.2010 wird Kamal Kilade, ein junger Iraker in Leipzig von zwei Neonazis erstochen. Letztere sind tätowiert mit SS-Runen, Hakenkreuz und dem SS-Motto: "Unsere Ehre heißt Treue." Der eine ist Mitglieder der Kameradschaft Aachener Land, beide kommen gerade aus dem Knast. Das verhandelnde Gericht, bzw. die Staatsanwaltschaft beschließt "Hinreichende Anhaltspunkte für eine ausländerfeindliche Motivation der beiden Angeschuldigten bei der Tat haben die Ermittlungen nicht ergeben". Da fehlen mir die Worte.
Mal abgesehen davon, dass es in Deutschland immer noch keine Statistik für rassistisch-motivierte Straftaten gibt, wie es in Großbritannien der Fall ist, reicht die Tatsache, dass es sich um bekennende Rechtextreme handelt nicht aus, um in die Kategorie "Hate Crime" zu rutschen. 

Dessau im Januar 2005: Oury Jalloh verbrennt auf mysteröse Weise in einer Gefängniszelle: Er war an Händen und Füßen angekettet, auf einer feuerfesten Matratze, mit gebrochenen Nasenbein und einem zerrissenen Trommelfell, zum Zeitpunkt des Brandes nur noch so schwach atmend, dass sich kaum Ruß auf seiner Lunge absetzt; alle Überwachungsaufnahmen die zum Zeitpunkt des Brandes den Zellenntrakt filmen sollten wurden durch wundersame Weise gelöscht, die Zeugen verstricken sich in Falschaussagen und die Staatsanwaltschaft läßt auch noch im zweiten Prozess 2011 verlauten: „Es gibt keine andere denkbare Variante als die, dass Oury Jalloh das Feuer selbst angezündet hat.“ Wie seltsam. Mir würden ein paar einfallen.

Es scheint, als hätten die Innenministerien Sachsens und Sachsen-Anhalts ein Interesse daran, rassistisch-motivierte Straftaten zu bagatellisieren, zu deklassifizieren oder den ganzen Tathergang ad absurdum zu führen - was angesichts des möglichen Imageverlustes absolut verständlich ist, nur eben nichts mehr mit Gerechtigkeit und Wahrheitsfindung zu tun hat.
Justitia has left the building.

Gut. Ich bin Laie, aber meine Frage ist: Wenn ein Gericht die Aufgabe hat, die Wahrheit herauszufinden aber eben dieses von Seiten der staatlichen Institutionen (Polizei und Staatsanwaltschaft) sabotiert wird, weil sie bereits auf der Basis falscher Prämissen in die Verhandlung gehen, wie kann die "Wahrheit" deutscher Gerichte weiterhin als Wahrheit sans commentaire gelten?
Wieso gibt es keine Kategorie für rassistisch-motivierte Straftaten, wie in UK? Wenn in den USA Straftaten gegenüber Muslimen (und allen die für welche gehalten werden) nach dem 11.Sept. 2001 um 1700% gestiegen sind, wie kann Deutschland (wer auch immer das ist) immer noch so tun, als wären Kategorien hierzulande überflüssig?
Warum gibt es immer noch keine unabhängigen Kommissionen, die in solchen Fällen die Vorgehensweise und mögliche "Prädisposition" der Polizei untersucht?


...Silence.

Mittwoch, 15. Juni 2011

Amnesty International - Bericht über Polizeibrutalität in Deutschland

via Amnesty International

TÄTER UNBEKANNT

"Mangelnde Aufklärung von mutmaßlichen Misshandlungen durch die Polizei in Deutschland" (Amnesty International, 2010).

In dem im Juli 2010 veröffentlichten Bericht dokumentiert Amnesty International ernstzunehmende Vorwürfe von mutmaßlicher Misshandlung und unverhältnismäßiger Gewaltanwendung durch Polizeibeamte in Deutschland. Amnesty International schildert und kritisiert in dem Bericht, dass die Ermittlungen bei Anzeigen gegen Polizisten mangelhaft waren.

Seit 2004 haben 869 Personen Amnesty International über Probleme mit der Polizei informiert. In 138 Fällen stellte Amnesty International weiterführende Nachforschungen an. Im Zuge dieser Recherchen wurden mutmaßliche Opfer (und bei Todesfällen überlebende Angehörige), Anwälte, Vertreter von Polizei und Staatsanwaltschaften sowie Richter befragt. 15 Fälle werden im Bericht ausfürlich beschrieben, drei davon in der Zusammenfassung im Pressebereich.
TÄTER UNBEKANNT: Mangelnde Aufklärung von mutmaßlichen Misshandlungen durch die Polizei in Deutschland (Amn...



via Amnesty International

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