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Dienstag, 30. August 2011
Montag, 8. August 2011
WDR 5 Mitschnitt: "Die Akte James Knopf"
Die Akte James Knopf - Interview von WDR 5
Moderation: Jürgen Wiebicke
In seinem Lyrikband "Die Akte James Knopf - afrodeutsche Wort- und Streitkunst" (Unrast Verlag, Herbst 2010) verarbeitet Phillip Khabo Köpsell sein Leben als Schwarzer in Deutschland. Mit bissiger Poesie und politischen Satiren behandelt der Künstler deutsch-südafrikanischer Herkunft dabei vor allen Dingen die eigenen Rassismuserfahrungen.
Seit Ende des letzten Jahres tourt der Künstler und Afrika-Wissenschaftler mit seinem Buch durch die Lande: Als "Spoken Word Performance" präsentiert er seine Texte und wird dabei von Bass, Geige oder von der Electro Funk Band "New Night Babies" begleitet. Ein überaus gelungenes Zusammenspiel, das zum Nachdenken und Lachen zu gleich anregt.
Das Buch: http://www.unrast-verlag.de/unrast,3,0,591.html
Autor/in:
Dina Musharbash
Redaktion:
Evelyn Noll
Text geklaut von: http://www.wdr5.de/sendungen/neugier-genuegt/s/d/02.08.2011-10.05/b/die-akte-james-knopf.html
Freitag, 15. Juli 2011
Malcolm X. A Life Of Reinvention
Was für ein Schinken! Knapp 600 Seiten führen von Malcolm Little über "Big Red" zu El-Hajj Malik Shabazz. Ich hab's durch und das Ding hat jetzt ein paar hundert Eselsohren!Columbia Professor Manning Marable (leider Anfang dieses Jahres verstorben) hat eine Mammut-Biographie geschaffen, die allein durch ihren Umfang an Recherche bereits beeindruckend ist. Interviews, Akteneinsicht beim NYPD, FBI und der Nation of Islam (!) Tagebucheinträge, Briefe und detaillierte Informationen über,wie mir scheint, hunderte Zeitgenossen fügen sich zusammen zu einer präzisen chronologischen Darstellung eines Mannes, der heutzutage nur noch als glorifizierte Popcorn-Ikone des BlackNationalisms wahrgenommen wird. Marable schafft es, den Mythos Malcolm X auf respektvolle Weise zu demythifizieren und den Charakter eines Mannes zu skizzieren, der auf einem schmalen Grat zwischen Politik und Religion versuchte, seinen Ambitionen gerecht zu werden. Dabei offenbaren sich, wie es bei echten Menschen nun mal so ist, nicht nur Chararkterstärke und grandiose Visionen, sondern auch politische und private Fehlschläge, Charakterschwächen und manche peinliche Details von denen Alex Haley (und letzten Endes auch Spike Lee) beim Schreiben seiner Biographie Anfang der 60er noch nichts wissen konnte. Keine Sorge, es ist trotzdem eine äußerst liebevolle Arbeit. Viel Stoff. Gute Lektüre!
| Manning Marable (1950-2011) |
FORA.tv Panel-Diskussion mit Cornell West u.a. über Marables Malcolm X Biographie (Klick "Full Program):
Picture "Marable":http://c250.columbia.edu/images/c250_celebrates/harlem_history/240x240_marable.jpg
Dienstag, 7. Juni 2011
Namibia - Genocide and the second Reich
Ja, ich weiß. Die Sache mit den BBC-Dokus nimmt langsam etwas Überhang. Aber was soll ich tun? BBC ist einfach zu gut!
Freitag, 3. Juni 2011
The Revolution Will Not Be Televised - Documentary
Sonntag, 8. Mai 2011
BBC Documentary. "White King, Red Rubber, Black Death"
| King Leopold II |
"The horror (Das Grauen)". Those happened to be Mr Kurtz last words, reflecting his involvement in the atrocities commited in the Belgian Congo. Back in colonial times of course. In case you haven't read Joseph Conrad's Heart of Darkness, you might just be familiar with the movie Apocalypse Now. It's an interesting adaptation of Heart of Darkness set in Vietnam/Cambodia. You might remember Marlon Brando as Colonel Kurtz. "The horror, the horror...". Yes, he said it, too.
Back to colonial Congo: "White King, Red Rubber, Black Death" is a BBC documentary about King Leopold II's personal genocide in what is now called Congo DRC. The wealth Leopold acquired through the brutal exploitation of the Congo's peoples went straight to colonial Belgium. Making it the classical, culturally cultivated European country that one might encounter during tourist sight seeing trips. You know, museums and statues and fine turn-of-the-century nostalgia.
![]() |
| Mutilated Congolese child |
Sankofa is this mythtical bird of the Akan symbolism that tells you to watch your behind and learn from past. Maybe Europe should replace their damn war mongering eagle seals with the Sankofa bird. Maybe it would trigger some panoramic insight into their actual role in history. Just a thought.
pic source: Leopold II: http://www.redicecreations.com/ul_img/5610leopoldi.jpg
Conglolese Child: http://2.bp.blogspot.com/UBnKgpul0yE/TZt4zrBKSwI/AAAAAAAAE4E/o1aqaP8_9mg/s400/leopold%252C%2Bvictim01.jpg
Montag, 2. Mai 2011
Donnerstag, 24. März 2011
Montag, 7. Februar 2011
Blacking Up: Hip-Hop’s Remix of Race and Identity (2010)
Blacking Up (2010):
"Blacking Up" explores racial identity through the lens of hip-hop music and culture. The film focuses in particular on the tensions that surround white identification with hip-hop. Popularly referred to by derogatory terms such as "wannabe" or "wigger," the white person who identifies with hip-hop often invokes heated responses. For some, it is an example of cultural progress - a movement toward a color-blind America. For others, it is just another case of cultural theft and mockery - a repetition of a racist past. [http://www.kpbs.org/news/2010/jan/13/blacking-hip-hops-remix-race-and-identity/]
Winner of the American Library Association's 2011 Notable Videos for Adults Award
Watch the documentary on
(scroll down to #3)
Picture source:https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhrw37BPSsAoizvZKuRCfBf8vIK7A5pEyzUNsUZoo8rX_-ljnInMWgxHSZ-GuwFrsKbJHLGbReQPa6XGkOP1gcgjMF9w-s14mWgthO9AYXirLA4TuGmuhyjRvPeKGyyak8OIRBOjcK2n6LJ/s1600/jolson-blackface.jpg
Samstag, 22. Januar 2011
"Jazz" (TV series) by Ken Burns
Just in case you are terribly bored and feel like watching a cool documentary like, let's say, a ten part jazz history documentary by Ken Burns then - yep, you should start with the first part, now. Enjoy.
Episode 1 of 10: Gumbo (Beginnings - 1917)
Picture source:http://justpic.info/images/990a/o_6b01g3uAkWfN0Qf.jpg
Donnerstag, 13. Januar 2011
Der Fall Oury Jalloh
Eine Dokumentation von Pagonis Pagonakis zum ersten Prozess in Dessau...

Ein Gedanke zum Prozess
Erstens, weil Oury Jalloh, so tragisch es auch ist, tot ist und nichts in der Welt ihn wieder zum Leben erweckt, aber das ihm zugestoßene Unrecht aufgeklärt wäre. Das ist es, was seine Angehörigen wollen und verdient haben. Nur so kann für sie ein schreckliches Kapitel geschlossen werden und ihnen mit der Zeit zur Heilung verhelfen. [So stelle ich es mir vor. Ich habe eine solche Erfahrung nie machen müssen.] Dass Repräsentanten des Staates der Familie Jalloh diese Möglichkeit auf Heilung durch Falschaussagen und kollektiven "Gedächtnisverlust" im letzten Prozess verwehrt haben, kann für die Familie bloß zusätzlich verletzend sein - und für die deutsche Justiz schlicht beschämend. Die Wahrheit muss gefunden werden; den Angehörigen zuliebe.
Pic Source: http://www.ouryjalloh-derfilm.de/uploads/images/OuryJalloh_Plakate.jpg
- Ein aktuelles Interview (13.01.2011) mit dem Filmemacher Pagonis Pagonakis findet ihr bei motorfm.de.
- Informationen zum Fall unter http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/
- Der Tagesspiegel vom 13.01.2011 zum Prozessbeginn: Neuer Prozess um Tod von Oury Jalloh
Ein Gedanke zum Prozess
Gesetzt den Fall, Oury Jalloh wäre aufgrund grober Fahrlässigkeit oder gar aufgrund eines schiefgelaufenem, sadistischen Spielchens testosterongeladener Polizisten ums Leben gekommen, dann sollte Deutschland eigentlich kopfstehen. Ich sage sollte, da Deutschland mittlerweile so dermaßen desensibilisiert geworden ist, dass die Medien in ihrem Dauerzustand von Empörung kaum zwischen Menschenrechtsverletzungen und kalkulierter Provokation à la Sarrazin unterscheiden können. Wie dem auch sei; sollte es zu einer solchen durch Beweislast zustande gekommenen Verurteilung kommen, dann sollte sich damit etwas zum Positiven ändern. „Wie zur Hölle kann ein bewiesener Totschlag bzw. eine fahrlässige Tötung positiv sein?“ Es kann, weil die Gewissheit hilft, den Vorfall zu verarbeiten.
Erstens, weil Oury Jalloh, so tragisch es auch ist, tot ist und nichts in der Welt ihn wieder zum Leben erweckt, aber das ihm zugestoßene Unrecht aufgeklärt wäre. Das ist es, was seine Angehörigen wollen und verdient haben. Nur so kann für sie ein schreckliches Kapitel geschlossen werden und ihnen mit der Zeit zur Heilung verhelfen. [So stelle ich es mir vor. Ich habe eine solche Erfahrung nie machen müssen.] Dass Repräsentanten des Staates der Familie Jalloh diese Möglichkeit auf Heilung durch Falschaussagen und kollektiven "Gedächtnisverlust" im letzten Prozess verwehrt haben, kann für die Familie bloß zusätzlich verletzend sein - und für die deutsche Justiz schlicht beschämend. Die Wahrheit muss gefunden werden; den Angehörigen zuliebe.
Zweitens, weil sich Deutschland - bei Verurteilung des Angeklagten- endlich mit institutionellem Rassismus beschäftigen müsste. Dem haarigen Tier will hierzulande niemand wirklich einen Namen geben. Zumindest nicht in der Exekutive. Dass es aber lebt und wild um sich tritt, wirkmächtig und böse, davon kann jede_r Asylbewerber_in, jede Person of Color,... - davon kann ich selbst berichten! Der Prozess könnte es aufdecken. Der Fall Oury Jalloh könnte zum deutschen "Fall Stephen Lawrence" werden. Öffentlich könnte gezeigt werden, dass Polizisten auch nur fehlbare Menschen sind, die ihre jeweiligen Charakterschwächen von ihrer Wohnzimmercouch mit in ihren Job nehmen und dort nach ihrer Façon ausleben oder versuchen, sie unter Kontrolle zu bekommen: Genauso anfällig für niedere Beweggründe, wie Bürger ohne Uniform. Eine solche Erkenntnis könnte dazu führen, dass Deutschland eine unabhängige Kommission zur Untersuchung von Polizeibrutalität bekommt, wie es Amnesty International schon lange fordert (im Gegensatz zur UK stapft der deutsche Staat noch wacker durch die juristischen Feldwege des letzten Jahrhunderts).
Es könnte dazu führen, dass rassistisch-motivierte Straftaten auch gesondert statistisch erfasst werden. Das werden sie bis dato nicht. Rechtsextreme(!) Straftaten werden gesondert erfasst, aber auch nur wenn die Täter offensichtlich dem rechten Milleu angehören (beispielsweise durch NPD-Mitgliedschaft) oder sie sich offen zu rechtsradikalem Gedankengut bekennen. Islamfeindliche Straftaten könnten noch einmal gesondert erfasst werden. Die Bundesregierung hat erst letztens auf Anfrage der Linkspartei erklärt, sie hätten absolut keinen Schimmer, wie viele solcher Delikte es gab, weil sie in keiner Statistik festgehalten werden. Es könnte jemand Verantwortung übernehmen. Ja. Es könnte eine sinnvolle Debatte geben, über Rassismus und Polizeigewalt und und und...
Es könnte dazu führen, dass rassistisch-motivierte Straftaten auch gesondert statistisch erfasst werden. Das werden sie bis dato nicht. Rechtsextreme(!) Straftaten werden gesondert erfasst, aber auch nur wenn die Täter offensichtlich dem rechten Milleu angehören (beispielsweise durch NPD-Mitgliedschaft) oder sie sich offen zu rechtsradikalem Gedankengut bekennen. Islamfeindliche Straftaten könnten noch einmal gesondert erfasst werden. Die Bundesregierung hat erst letztens auf Anfrage der Linkspartei erklärt, sie hätten absolut keinen Schimmer, wie viele solcher Delikte es gab, weil sie in keiner Statistik festgehalten werden. Es könnte jemand Verantwortung übernehmen. Ja. Es könnte eine sinnvolle Debatte geben, über Rassismus und Polizeigewalt und und und...
Aber - wenn sie so weitermachen, wie der letzte Prozess aufgehört hat, können sie genauso gut sagen: „Herr Jalloh hat sich selbst die Nase gebrochen und dann gefesselt mit 10cm Bewegungsradius mit seinem unsichtbaren "Tocai"-Einwegfeuerzeug in der Füllung der feuerfesten Matratze gepult und sich selbst komplett in Brand gesteckt.“ Und alle werden freigesprochen. Es könnte auch so kommen, und es würde mich nicht wundern.
Nebenbei bemerkt warte ich immer noch auf den Experten der „Blitzschlag“ ins Spiel bringt... -Zynismus off.
Pic Source: http://www.ouryjalloh-derfilm.de/uploads/images/OuryJalloh_Plakate.jpg
Donnerstag, 6. Januar 2011
Zora Neale Hurston: Jump At The Sun [Reblog from Frolab.com]
[via frolab.com]
Watch: Zora Neale Hurston: Jump At The Sun (Full film online for a limited time only!)
To celebrate Zora Neale Hurston’s birthday (January 7, 1891), California Newsreel is streaming the entire documentary online for free. Watch the film here!
Picture source: http://newsreel.org/titleimages/ZORA-NEALE-HURSTON.jpg
Watch: Zora Neale Hurston: Jump At The Sun (Full film online for a limited time only!)
To celebrate Zora Neale Hurston’s birthday (January 7, 1891), California Newsreel is streaming the entire documentary online for free. Watch the film here!
About the film:Zora Neale Hurston, path-breaking novelist, pioneering anthropologist and one of the first black women to enter the American literary canon (Their Eyes Were Watching God), established the African American vernacular as one of the most vital, inventive voices in American literature. This definitive film biography, eighteen years in the making, portrays Zora in all her complexity: gifted, flamboyant, and controversial but always fiercely original.
Zora Neale Hurston: Jump at the Sun intersperses insights from leading scholars and rare footage of the rural South (some of it shot by Zora herself) with re-enactments of a revealing 1943 radio interview. Hurston biographer, Cheryl Wall, traces Zora’s unique artistic vision back to her childhood in Eatonville, Florida, the first all-black incorporated town in the U.S. There Zora was surrounded by proud, self-sufficient, self-governing black people, deeply immersed in African American folk traditions. Her father, a Baptist preacher, carpenter and three times mayor, reminded Zora every Sunday morning that ordinary black people could be powerful poets. Her mother encouraged her to “jump at de’ sun,” never to let being black and a woman stand in the way of her dreams. (Visit newsreel.org to read more about the film)[FROLAB.COM]
Picture source: http://newsreel.org/titleimages/ZORA-NEALE-HURSTON.jpg
Dienstag, 14. Dezember 2010
"Colonial Charities" Representation of Black People in German Charity Advertisements
Komm, hier, Kleine. Haste ne Mark.
Alle Jahre wieder bummelt die Familie durch die lichterkettenbehangene Fußgängerzone, schlufft durchs Schneeflockenballett und wärmt sich am Glühwein mit Schuß. Auf diesen 500m Weihnachtskitsch starren an Bushaltestellen und Straßenecken die unterschiedlichsten Umweltopfer of Color von den Litfaß-Säulen und erzählen ihre Geschichte. Diese leidenden Protgonisten stammen meist aus "dem Land Afrika" (also Wüste oder Dschungel) oder "der Region Südasien" (auch da soll es sehr schön sein) und bitten die Weihnachtsbummler um eine Spende. Lernen tut der mitteleuropäische Teutone dadurch zum Einen, dass er seinen halben Meter Bratwurst gefälligst teilen soll, und zum Anderen das, wovon er zuvor schon überzeugt war: Dass Afrika und Asien die Armenhäuser der Erde sind und es dort nix gibt außer Armut und Krankheit und Krieg. Damit erbetteln sich die Hilfsorganisationen zwar ein pralles Geldsäckel, aber schlagen sogleich ganz tief in die Kerbe der eurozentrischen, stereotypen Betrachtung der Welt. Hatten sie je - im Entferntesten - etwas wie einen Bildungsauftrag, so ist dieser gescheitert. Vattern darf so beruhigt seine Festtagsplautze reiben und den Kindern erzählen, dass sie "froh sein sollen, dass sie nicht in Afrika..." und so, weil Kinder dort nämlich bestimmt keine XBox 360 zum Fest bekommen und wir deshalb gleich mal 5€ Almosen überweisen und die alten Gummistiefel in die Altkleiderkiste kloppen. Währenddessen steht in Nairobi ein Mädchen mit Nikes und Sennheiser Headphones vor einem kolossalen Haufen Klamotten aus Übersee und ärgert sich, dass ihr Papa wegen dem Scheiss den Job als Schuhmacher verloren hat.
Alle Jahre wieder bummelt die Familie durch die lichterkettenbehangene Fußgängerzone, schlufft durchs Schneeflockenballett und wärmt sich am Glühwein mit Schuß. Auf diesen 500m Weihnachtskitsch starren an Bushaltestellen und Straßenecken die unterschiedlichsten Umweltopfer of Color von den Litfaß-Säulen und erzählen ihre Geschichte. Diese leidenden Protgonisten stammen meist aus "dem Land Afrika" (also Wüste oder Dschungel) oder "der Region Südasien" (auch da soll es sehr schön sein) und bitten die Weihnachtsbummler um eine Spende. Lernen tut der mitteleuropäische Teutone dadurch zum Einen, dass er seinen halben Meter Bratwurst gefälligst teilen soll, und zum Anderen das, wovon er zuvor schon überzeugt war: Dass Afrika und Asien die Armenhäuser der Erde sind und es dort nix gibt außer Armut und Krankheit und Krieg. Damit erbetteln sich die Hilfsorganisationen zwar ein pralles Geldsäckel, aber schlagen sogleich ganz tief in die Kerbe der eurozentrischen, stereotypen Betrachtung der Welt. Hatten sie je - im Entferntesten - etwas wie einen Bildungsauftrag, so ist dieser gescheitert. Vattern darf so beruhigt seine Festtagsplautze reiben und den Kindern erzählen, dass sie "froh sein sollen, dass sie nicht in Afrika..." und so, weil Kinder dort nämlich bestimmt keine XBox 360 zum Fest bekommen und wir deshalb gleich mal 5€ Almosen überweisen und die alten Gummistiefel in die Altkleiderkiste kloppen. Währenddessen steht in Nairobi ein Mädchen mit Nikes und Sennheiser Headphones vor einem kolossalen Haufen Klamotten aus Übersee und ärgert sich, dass ihr Papa wegen dem Scheiss den Job als Schuhmacher verloren hat.
Nur gut, dass sie in Deutschland nicht wissen, was Kindern in Johannesburg an Weihnachten über die verwarloste deutsche Jugend erzählt wird. Dort sammeln die Schulen bereits iPods und Socken für Mecklenburg-Vorpommern.
Zum Film:
"Colonial Charities" ist ein kurzer Dokumentarfilm von Timo Kiesel aus dem Jahr 2006, der heute nicht weniger aktuell ist. Mehr Info unter http://www.whitecharity.de/.
Zum Film:
"Colonial Charities" ist ein kurzer Dokumentarfilm von Timo Kiesel aus dem Jahr 2006, der heute nicht weniger aktuell ist. Mehr Info unter http://www.whitecharity.de/.
Pic source: http://www.kindernothilfe.de/multimedia/kmdb/%5B002%5D/2877_800x565_1676x1185_0x0-width-800-height-565.jpg
Mittwoch, 1. Dezember 2010
Spoken Word Documentary "Graffiti Verité 7: Random Urban Static"
Graffiti Verité ist eine Doku-Reihe, die ursprünglich Hip Hop-Aktivisten und Graffiti-Künstlern eine Chance bot, die Welt auf sie aufmerksam zu machen. Für einigen Episoden wandten sich die Dokumacher der Performance Poesie zu. "Graffiti Verité 7: Random Urban Static" zeigt Interviews und Auftittsmitschnitte von fünfzehn (15) amerikanischen Spoken Word Künstlern, deren Geschichten, Worte und Gedanken sich verlieren; irgendwo zwischen Philosophie, Sexismus, Homophobie, Maskulinität, Rassismus, Liebe, Kreativität und "wie zur Hölle krieg ich das Publikum zum Zuhören?". Dabei sind Sekou Tha Misfit, Bridget Gray, Tim'm T. West und ein Dutzend Weitere. I like.
HIP-HOP: BEYOND BEATS AND RHYMES
Beyond Beats and Rhymes ist eine tolle Doku von Ex-Football Star Byron Hurt. Er untersucht Maskulinität, Sexismus und Homophobie im US-Hip Hop und bringt Rap Stars wie Busta Rhymes dazu eingeschnappt den Raum zu verlassen, wenn es um homophobe Texte geht. Gaaanz großes Kino.
Dienstag, 30. November 2010
Racism: A History - Part One, The Colour of Money
Teil 2: Racism: A History - Part Two, Fatal Impacts
Brittaniens stiller Genozid in Tasmanien, Sozialdarwinismus, kalkulierte Hungersnot in Indien, Eugenik in UK, USA und D; Deutsche Konzentrationslager in Namibia
Teil 3: Racism: A History - Part Three, A Savage Legacy
Jim Crow Gesetze,KKK, Minstrel Shows in den USA; Belgiens König Leopold im Kongo, Apartheid in SA, Civil Rights Movement, Polizeigewalt in UK
Sonntag, 28. November 2010
AFRIKAAPS. The Documentary (Trailer)
Foetzek, man! Dis is krazy! AFRIKAAPS ist ein Südafrikanischer Dokumentarfilm über eine gleichnamige Hiphopera, welche die eindrucksvollsten Tänzer, Musiker, Rapper und Spoken Word Performer_innen des Western Capes auf der Bühne vereint. Das an sich wär schon Grund genug durch die Zähne zu pfeifen, wäre nicht das Thema, das sie auf die Bühne bringt einen Zacken schärfer. Es ist die künstlerische Dokumentation der Entwicklung von Afrikaans in Südafrika (Wer spricht? Wer definiert? Wen? Wie?). Und zwar seit 1652. Ist also Afrikaans noch die Sprache der Vortrekker? Der grobschlächtigen, Bakkie fahrenden, Boerewoers fressenden, Flanelhemdentragenden, einsilbe Antworten gebenden, weißen Afrikaaner Minderheit?
Oder ist eine Neuverhandlung der Sprache möglich, so dass auch "kullid folks" eine positive Identifikationsmöglichkeit unter ihr finden? Die Antwort muss natürlich "ja" heissen und ich würde töten, um eine Kopie dieser Doku in die Hände zu bekommen. Die letzte öffentliche Aufführung war im April 2010 in Amsterdam. Leider gibts im Netz nur den Trailer, aber der muss es halt tun. AFROKAAPS, eine Monsterperformance und wahrscheinlich eine der radikalsten Indentitätsverhandlungen die mixed folks bisher auf die Bühne brachten. Wahrscheinlich...Ever!
A sneak peek at the AFRIKAAPS rehearsal studio
"AFRIKAAPS is a cutting-edge hiphopera about the history of Afrikaans, tracing its origins back to 1600s and its evolution into the 21st century.
Featuring an all-star cast including hiphop poet and performer Jitsvinger, jazz piano prodigy Kyle Shepherd, vocalist and poet Blaq Pearl, Hiphop activist and mc Emile Yx Jansen, Rapper and b-boy dancer Bliksemstraal, singer and dancer Moenier Adams, bassist and electronic producer Shane Cooper and poet and storyteller Jethro Louw of the Khoi Khonnexion.
These rising stars are narrating the history of their people embracing both ancient traditions and state of the art technology to impart their message.
Die Argitekbekke set out on a mission of investigation and redefinition combining storytelling, poetry, music, video and dance to tell the untold story of Afrikaans - a language of liberation.
Directed by Catherine Henegan
Dramaturg Aryan Kaganof
Video Dylan Valley "
[Quelle: Afrikaaps auf Facebook]
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